Kitesurfer vs. Tierschützer am Wattenmeer
Der Nationalpark Wattenmeer rund um die Stadt Husum an der Nordsee zählt in Deutschland zu den besten Spots für das Kitesurfen, das auch hierzulande immer mehr Anhänger findet. Ebenso beliebt ist der Nationalpark Wattenmeer allerdings auch bei den Zugvögeln, die die Nordsee bei Husum gerne und in großer Zahl als Rastplatz nutzen. Diese beiden Tatsachen führen an der Nordsee fast zwangsläufig zu einem Konflikt zwischen Kitesurfen und Naturschutz, der nun beigelegt werden soll.
Vertreter der Schutzstation Wattenmeer fordern daher, das Kitesurfen im Nationalpark auf bestimmte Spots zu beschränken, in denen der Trendsport auch in Zukunft erlaubt bleiben soll. Die bisherige Regelung erlaubt das Kitesurfen im gesamten Nationalpark Wattenmeer, wodurch die Zugvögel beeinträchtigt werden. Der Biologe Rainer Schulz, der sich für die Schutzstation Wattenmeer engagiert, bezeichnet Kitesurfer als die effektivsten Vogelscheuchen überhaupt und führt an, dass ein einziger Kitesurfer rund 1.000 Zugvögel vertreibe. Vögel hielten die Drachen für Raubvögel und würden dadurch aufgeschreckt, so Schulz.
Die Schutzstation Wattenmeer möchte den Kitesurfern an der Nordsee ihr Hobby nicht verbieten, appelliert aber gleichzeitig an deren Vernunft, insbesondere während der Zugzeiten mehr Rücksicht auf die Vögel zu nehmen und nicht zu dicht an den Brutstätten und Rastplätzen vorbeizufahren. Man darf also gespannt sein, in welche Richtung sich diese Diskussion im Nationalpark Wattenmeer in Zukunft noch entwickeln wird. Beruhigend bleibt vorerst festzustellen, dass ein völliges Verbot des Kitesurfens an der Nordsee bei Husum nicht zur Debatte steht.